Stripe ist bei SaaS-Unternehmen, modernen E-Commerce-Shops und Startups weit verbreitet — und bietet exzellente Export-Möglichkeiten. Die gute Nachricht: Stripe-Exporte sind gut strukturiert und enthalten alle notwendigen Informationen für die DATEV-Buchführung. Die schlechte: Das Format ist nicht direkt DATEV-kompatibel und erfordert eine Konvertierung.
Was Stripe exportiert
Stripe bietet mehrere Export-Typen an, die sich für die Buchhaltung unterschiedlich gut eignen:
1. Zahlungsexport (Payments) Enthält alle einzelnen Zahlungen mit Betrag, Gebühren und Auszahlungsstatus.
2. Auszahlungsexport (Payouts) Enthält die Auszahlungen auf Ihr Bankkonto — nicht die Einzeltransaktionen.
3. Steuerformular-Export Für die steuerliche Auswertung (z. B. für 1099-K in den USA — für Deutschland weniger relevant).
Empfehlung für DATEV: Der Zahlungsexport ist am geeignetsten, da er alle Einzeltransaktionen mit ihren Gebühren enthält.
Schritt 1: Stripe-Zahlungsexport erstellen
- Melden Sie sich im Stripe Dashboard an
- Navigieren Sie zu Zahlungen (Payments)
- Klicken Sie auf Exportieren (oben rechts)
- Wählen Sie den Zeitraum (vollständiger Monat empfohlen)
- Wählen Sie CSV als Format
- Klicken Sie auf Exportieren
Für den Auszahlungsexport:
- Verbindungen → Auszahlungen → Export
Schritt 2: Das Stripe-Exportformat
Ein Stripe-Zahlungsexport enthält u. a.:
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| id | Stripe-Zahlungs-ID |
| created (UTC) | Erstellungsdatum und -zeit in UTC |
| amount | Betrag in Cent (!) |
| currency | Währung |
| fee | Stripe-Gebühr in Cent |
| net | Nettobetrag in Cent |
| description | Beschreibungstext |
| customer_email | E-Mail des Kunden |
| status | succeeded, failed, refunded |
Wichtig: Stripe gibt Beträge in Cent an (nicht in Euro)! 5000 bedeutet 50,00 €. Beim Konvertieren muss durch 100 geteilt werden.
Schritt 3: Buchungskonten und Stripe Fees
Stripe-Buchungen im DATEV:
| Transaktion | Konto (SKR03) |
|---|---|
| Erlöse (succeeded payments) | 8400 (19%) |
| Stripe-Gebühren | 4970 (Bankgebühren) |
| Rückerstattungen | Gegenbuchung 8400 |
| Auszahlungen | Bankkonto 1200 / PayPal 1201 |
Schritt 4: Stripe zu DATEV konvertieren
Stripe-CSV automatisch zu DATEV konvertieren →
Der Konverter versteht das Stripe-Format und:
- Rechnet Cent-Beträge in Euro um
- Konvertiert UTC-Zeitstempel in deutsches Datumsformat
- Erkennt Rückerstattungen und behandelt sie korrekt
- Trennt Erlöse und Gebühren
Stripe und Umsatzsteuer
Stripe berechnet Ihnen Gebühren ohne Umsatzsteuer (B2B-Dienstleistung aus Irland → Reverse Charge). Das bedeutet:
- Sie müssen als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer die Umsatzsteuer auf Stripe-Gebühren selbst berechnen und abführen
- Buchungstechnisch: Vorsteuer + Umsatzsteuer (heben sich auf)
- Für Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug: Gebühr als Bruttoausgabe buchen
Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die korrekte Behandlung.
Stripe Sigma und Radar: Erweiterte Exporte
Für technisch versierte Nutzer bietet Stripe Sigma (SQL-basierte Abfragen) und Radar (Fraud-Daten). Diese sind für die Buchhaltung weniger relevant, können aber bei spezifischen Auswertungen nützlich sein.
Stripe + WooCommerce, Shopify, oder andere Plattformen
Wenn Sie Stripe zusammen mit einer E-Commerce-Plattform nutzen:
- Die Bestelldaten kommen aus WooCommerce/Shopify
- Die Zahlungsdaten kommen aus Stripe
- Beide müssen konvertiert und idealerweise über die Bestellnummer abgeglichen werden
Mehr dazu in unseren Anleitungen:
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Stripe-Beträge in Cent? Stripe verwendet zur Vermeidung von Rundungsfehlern ganze Zahlen (Cent). 5000 = 50,00 €. Der Konverter rechnet automatisch um.
Wie buche ich Stripe-Gebühren? Als Betriebsausgabe auf Konto 4970 (Bankgebühren, SKR03). Beachten Sie das Reverse-Charge-Verfahren für die Umsatzsteuer.
Kann ich Stripe-Payout und Payment-Exporte kombinieren? In der Regel reicht der Payment-Export für die laufende Buchhaltung. Der Payout-Export hilft bei der Bankabstimmung.
Was ist mit Stripe-Abonnements (Subscriptions)? Stripe-Abo-Zahlungen erscheinen im normalen Payment-Export. Behandeln Sie sie wie reguläre Zahlungen.
Wie gehe ich mit Chargebacks um? Chargebacks (unberechtigte Rückbuchungen durch Kreditkartenunternehmen) erscheinen als negative Transaktionen. Buchen Sie sie als Gegenbuchung zur ursprünglichen Zahlung.